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Hojicha: ein Tee, von dem Sie (vielleicht) noch nie gehört haben

24. 6. 2026 5 Minuten Lesen
Hojicha ist ein Grüntee, der jedoch weder schmeckt noch aussieht wie ein typischer Grüntee. Durch die Röstung über Holzkohle verliert er jede Adstringenz und erhält einen nussigen, karamelligen Charakter mit sehr geringem Koffeingehalt. Es ist daher kein Wunder, dass er in Japan zu den beliebtesten Tees überhaupt gehört.

Es handelt sich um einen Grüntee, und doch hat er die Farbe von dunklem Honig. Er duftet nach gerösteten Nüssen und Karamell, zeigt nicht die geringste Bitterkeit und hinterlässt am Gaumen das Gefühl, als hätte man einen Löffel gebackenes Gebäck gegessen. Falls Ihnen gerade der Gedanke gekommen ist, dass das doch kein Grüntee sein kann, dann glauben Sie uns: Genau so reagiert fast jeder, der Hojicha zum ersten Mal probiert.

Vielleicht fragen Sie sich jetzt, wie Hojicha im Vergleich zum berühmten Matcha abschneidet. Der Unterschied ist größer, als Sie erwarten würden:

 

Eigenschaft Matcha Hojicha
Teesorte Fein gemahlener Grüntee Gerösteter Grüntee
Farbe Sattgrün Bernsteinfarben bis braun
Geschmack mild, süßlich, umami süßlich, nussig, leicht rauchig
Aroma grasig, frisch geröstet, karamell
Koffeingehalt hoch (ca. 60–70 mg pro Tasse)) niedrig (ca. 10–15 mg pro Tasse)
anregende Wirkung stark, lang anhaltend mild, eher beruhigend
Geeignete Tageszeit Morgen, Vormittag Jederzeit im Tagesverlauf
Zubereitungsmethode Aufschlagen des Pulvers in Wasser Ziehenlassen oder Auflösen des Pulvers in Wasser
Verwendung Getränk, Latte, Desserts Getränk, Latte, Desserts
Geeignet für Anregung und Konzentration Entspannung und Ruhe

Hojicha (ausgesprochen „Hōdschitscha“) durchläuft eine kurze, intensive Röstung über Holzkohle. Dadurch verändern sich Farbe, Geschmack und Aroma grundlegend, technisch bleibt er jedoch ein Grüntee. Seine Blätter werden zunächst klassisch gedämpft, wodurch die Oxidation gestoppt wird, und erst danach auf erhitzte Metallplatten gegeben.

So entsteht ein Getränk, das das Beste aus zwei Welten vereint. Es behält die Eigenschaften eines Grüntees bei, geschmacklich und aromatisch nähert es sich jedoch eher einem sanft gerösteten Oolong oder einem leichten Getreidekaffee an.

Der erste Schluck, der Ihre Sicht auf Grüntee verändert

Wenn man Hojicha in drei Worten beschreiben müsste, wären es Milde, Wärme und Nussigkeit. Der Aufguss ist das genaue Gegenteil von allem, was man sich gewöhnlich unter Grüntee vorstellt. Keine Adstringenz, keine grasige Schärfe. Stattdessen erwartet Sie ein angenehm süßlicher Geschmack mit Noten von gerösteten Maronen, Haselnüssen und feinem Karamell.

Viele beschreiben Hojicha als „etwas zwischen Tee und Kaffee“. Er duftet ähnlich, wirkt wie ein morgendlicher Kaffee, nur dass danach kein Zittern und kein schweres Gefühl im Magen folgt. Wenn Sie also ein Getränk suchen, das den Nachmittags-Espresso ersetzen kann, dann ist er genau das Richtige.

Was macht Hojicha zu einem so außergewöhnlichen Tee?

Ihr Motto könnte lauten: „Minimum an Koffein, Maximum an Genuss.“ Eine Tasse Hojicha enthält etwa 10–15 mg Koffein, während ein klassischer Grüntee rund 25–35 mg liefert und eine Tasse schwarzer Kaffee bei etwa 80–100 mg liegt. Durch die Röstung verflüchtigt sich nämlich ein großer Teil des Koffeins. Deshalb können Sie Hojicha problemlos nach dem Abendessen oder sogar vor dem Schlafengehen genießen, ohne eine schlaflose Nacht befürchten zu müssen.

Grüntees enthalten die Aminosäure L-Theanin, von der Studien zeigen, dass sie die Bildung von Alpha-Gehirnwellen unterstützen kann – also jener Wellen, die das Gehirn während der Meditation oder bei tiefer Konzentration produziert. Eine klinische Studie aus dem Jahr 2019 stellte fest, dass die regelmäßige Einnahme von L-Theanin über einen Zeitraum von vier Wochen bei gesunden Erwachsenen zu einer verbesserten Schlafqualität und einer Verringerung des subjektiv empfundenen Stresses beitrug.

Durch die Röstung wird der Gehalt an L-Theanin nicht verringert, sodass Sie auch mit Hojicha von diesem Vorteil profitieren können.

Wie entsteht Hojicha eigentlich?

Die Grundlage ist immer ein Grüntee, meist Bancha (also Tee aus der späteren Ernte), manchmal auch Sencha oder Kukicha, der überwiegend aus Zweigen und Stängeln der Teepflanze hergestellt wird. Die Blätter werden nach der Ernte zunächst gedämpft, um die Oxidation zu stoppen, anschließend vorsichtig gerollt und auf Metallplatten ausgebreitet. Danach folgt der entscheidende Schritt: eine kurze, aber sehr intensive Röstung über Holzkohle.

Der entscheidende Moment kommt, wenn über der glühenden Holzkohle ein leises Knistern zu hören ist. Der Tee wird für einige Dutzend Sekunden intensiver Hitze ausgesetzt und in diesem kurzen Augenblick vollzieht sich eine komplette Verwandlung. Das Grün weicht warmen Bernsteintönen, ein großer Teil des Koffeins verflüchtigt sich aus den Blättern, und die herben, grasigen Noten werden durch ein Aroma ersetzt, das an frisch gebackenes Brot und geröstete Nüsse erinnert.

Es ist ein bisschen so, als würde man beobachten, wie sich Teig im Ofen in ein goldbraunes Croissant verwandelt. Die Chemie erledigt ihren Teil und das Ergebnis wirkt wie ein geschmacklich gelungenes kleines Wunder.

Vom „Abfall“ zum Trend der letzten Jahre

Wir schreiben das Jahr 1920, und in Kyōto sitzt ein Händler über einem Haufen Grüntee, den er nicht verkaufen konnte. Die Blätter altern, verlieren ihre Frische und steuern langsam auf den Müll zu. Doch dieser Händler wollte nicht aufgeben. Er entschied sich, den alten Tee stark zu rösten, und was dabei entstand, überraschte sogar ihn selbst.

Statt des ausgetrockneten, abgestandenen Tees entströmte der Pfanne ein völlig neues, betörendes Aroma. Und der Geschmack? Rund, mild und angenehm süßlich. Aus etwas, das eigentlich im Abfall hätte landen sollen, wurde plötzlich ein neues japanisches Phänomen. Die Japaner schätzten seine Milde, Zugänglichkeit und die Tatsache, dass man ihn zu jeder Tageszeit genießen kann. Seitdem hat sich das Herstellungsverfahren im Grunde nicht verändert, sondern lediglich weiter verfeinert.

 

Womit überrascht Hojicha?

Dank ihrer unverwechselbaren nussigen und karamelligen Noten ist Hojicha heute unglaublich vielseitig einsetzbar. Das sogenannte Hojicha Latte ist ein echter Café-Hit, und das nicht nur in Japan, sondern weltweit. Auch in der Patisserie hat sie ihren festen Platz. In Japan wird sie häufig für Eis, Kuchen, Kekse und Schokolade verwendet, wo ihr gerösteter Geschmack überraschend gut zur Geltung kommt.

Auf Loser-Tee haben wir sie für Sie gleich in zwei Varianten. Sie können zwischen dem losen Japan Hojicha BIO aus der Region Kagoshima in reiner Bio-Qualität wählen. Wenn Sie jedoch eher Lust auf ein hausgemachtes Latte oder kulinarische Experimente haben, greifen Sie zum Japan Hojicha Powder BIO – einem zu feinem Pulver vermahlenen Tee, der sich im Getränk besonders gut auflöst.

Japan Hojicha Powder BIO zelený čaj

Wie man Hojicha zubereitet

Die Zubereitung von Hojicha ist einfach und verzeiht auch kleinere Ungenauigkeiten. Im Gegensatz zu feineren Grüntees müssen Sie keine Sorge haben, sie zu überziehen oder zu lange ziehen zu lassen. Die ideale Wassertemperatur liegt bei etwa 80–90 °C und die Ziehzeit beträgt ungefähr 1–2 Minuten. Hojicha als losen Tee lassen Sie in einer Kanne oder in einem Sieb ziehen, die gemahlene Variante rühren Sie einfach in Wasser ein.

Und wenn Sie Hojicha Latte ausprobieren möchten, rühren Sie einen Teelöffel Pulver in 30–50 ml heißem Wasser an und gießen Sie es anschließend mit warmer Milch auf – egal ob Kuhmilch, Hafermilch oder eine andere pflanzliche Alternative. Fügen Sie etwas Honig oder Agavensirup hinzu, und schon haben Sie ein Getränk in der Hand, das Sie an kühleren Tagen wärmt und an warmen Tagen auch als Eistee-Version überzeugt.

Haben Sie Hojicha schon probiert, oder entdecken Sie sie gerade erst?

 

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