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Grüner Schatz aus Japan erobert die Welt: Warum Matcha zum Trend
Matcha hat sich in ein milliardenschweres Geschäft verwandelt. Jährlich werden mehrere Milliarden Dollar dafür ausgegeben – und die Verkaufszahlen steigen weiter. Den größten Anteil daran haben soziale Netzwerke, die den japanischen Tee zu einem regelrechten Hit gemacht haben. Der Hashtag #matcha hat auf TikTok bereits über eine Milliarde Aufrufe überschritten. Videos, in denen das grüne Pulver mit einem Bambusbesen zu einem cremigen Schaum aufgeschlagen wird, sind zu viralen Hits geworden.
Das satte grüne Pulver sieht nicht nur in Videos, sondern auch auf Fotos attraktiv aus, was sie zu einem idealen Produkt für Influencer macht, die begonnen haben, unterschiedlichste Rezepte zu kreieren: von Matcha-Latte über Desserts bis hin zu Pralinen.
Die Generation, die auf Kaffee verzichtet
Während die Eltern noch an ihrem morgendlichen Kaffee festhalten, suchen ihre Kinder oft nach einer Alternative. Kaffee ist ihnen zu stark, sie fürchten Nervosität, Magenbeschwerden oder einen unangenehmen Energieeinbruch nach ein paar Stunden. Matcha hingegen enthält deutlich mehr gesundheitsfördernde Inhaltsstoffe.
Hinter all dem steckt Wissenschaft. Das Koffein in Matcha ist an die Aminosäure L-Theanin gebunden, die seine Wirkung mildert und verlängert. So soll der Körper länger und besser konzentriert bleiben als nach einer Tasse Espresso. Matcha enthält Antioxidantien, unterstützt den Stoffwechsel und hilft laut einigen Studien sogar, einen normalen Hautzustand zu erreichen.
Die Kaffeehausketten sind schnell auf den Trend aufgesprungen. Starbucks hat Matcha Latte ins feste Sortiment aufgenommen, Costa Coffee folgte. Kleinere, unabhängige Cafés bieten sogar mehrere raffinierte Matcha-Desserts an.
Die steigende Nachfrage nach Matcha übersteigt die japanische Produktion
Die japanischen Farmer hätten wohl nie damit gerechnet, dass plötzlich die ganze Welt ihren Matcha genießen möchte. Der Export von japanischem Tee ist innerhalb eines Jahres um ein Drittel gestiegen, aber das reicht immer noch nicht aus. Das Ergebnis: Die Preise klettern nach oben und Premium-Matcha wird zu einem Luxusprodukt, das sich nicht jeder leisten kann.

Die Herstellung von Matcha ist nämlich ein äußerst aufwendiger Prozess. Die Teesträucher werden einen Monat vor der Ernte mit Matten beschattet, damit die Blätter mehr Chlorophyll entwickeln. Danach folgt die manuelle Ernte im Morgengrauen, ein kurzes Dämpfen und anschließend langsames Trocknen. Aus den gereinigten Blättern – dem sogenannten Tencha – wird schließlich auf Granitmühlen ein ultrafeines Pulver gemahlen. Der gesamte Prozess dauert Monate und kann nicht beschleunigt werden, ohne die Qualität zu gefährden.
Gefälschter Matcha überschwemmt den Markt
Mit der steigenden Nachfrage kamen auch weniger seriöse Produkte auf den Markt. Viele Unternehmen begannen, gewöhnlichen Grüntee zu Pulver zu mahlen und dennoch als Matcha zu vermarkten. Einige Länder begannen sogar, ihren eigenen „Matcha“ ohne japanisches Know-how anzubauen.
Der Unterschied ist jedoch enorm. Japan Matcha Kikyou BIO aus Shizuoka zum Beispiel überzeugt mit seiner leuchtend grünen Farbe und einer cremigen Textur. Bei richtiger Zubereitung entsteht ein dichter Schaum, und der Geschmack ist angenehm süß mit einer charakteristischen Umami-Note.
Im Gegensatz dazu erkennt man minderwertige Nachahmung sofort. Anstelle eines satten Grüns zeigen sie eine gelbliche bis bräunliche Farbe und schmecken oft bitter. Häufig handelt es sich lediglich um günstigen Grüntee, grob vermahlen zu einem Pulver.
Ein Leitfaden für den Kauf echter Matcha
Echte Matcha muss ein sattes Grün haben, gelbliche oder bräunliche Töne sind ein schlechtes Zeichen. Das Pulver soll ultrafein wie Puder sein, klumpenfrei und sich schön zwischen den Fingern verstreichen lassen. Matcha stammt ausschließlich aus Japan, wobei zu den besten Anbaugebieten Uji bei Kyoto, Shizuoka und Aichi gehören.
Hochwertiger Matcha ist süß mit einer leichten Bitterkeit im Abgang. Dominante Bitterkeit deutet auf ein minderwertiges Produkt hin. Beim Kauf sollte man jedoch auch bedenken, dass es verschiedene Sorten gibt. Japan Original Ceremony Premium Matcha BIO eignet sich hervorragend zum Trinken, während Japan Cooking Matcha vor allem für Desserts geeignet ist.
Zeremonielle vs. kulinarische Matcha: Unterschiede in der Qualität
Nicht jede Matcha ist gleich gut, und es kommt darauf an, wofür man sie verwenden möchte. Die zeremonielle Sorte ist die beste Variante und wird aus den besten Blättern hergestellt, die die Bauern im Frühjahr als Erste ernten. Sie ist schön grün, weich im Griff und schmeckt überraschend süß, ohne unangenehme Bitterkeit. Die hochwertigste Matcha wird pur konsumiert. Die Japaner bereiten sie nur mit heißem Wasser zu, das sie mit einem Bambusbesen zu einem cremigen Schaum aufschlagen.

Am anderen Ende des Spektrums steht die kulinarische Matcha, die aus späteren Ernten stammt und einen intensiveren Geschmack hat. Sie eignet sich hervorragend für Desserts oder Limonaden und ist deutlich preisgünstiger. Die mittlere Qualitätsstufe bildet die Premium-Matcha, die hohe Qualität mit vielseitiger Verwendbarkeit kombiniert. Sie eignet sich sowohl zum puren Genuss als auch für die Zubereitung von Matcha-Latte oder Süßspeisen.
Matcha Tee richtig lagern
Echte Matcha verdirbt leicht – schon etwas Sonne oder Wärme in der Küche reichen aus. Besser ist es, sie im Kühlschrank aufzubewahren, dort bleibt sie monatelang frisch. Alternativ eignet sich auch ein dunkler, kühler Ort wie die Speisekammer oder ein Schrank fern vom Herd. Wichtig ist, dass die Verpackung immer gut verschlossen bleibt.
Nach dem Öffnen sollte Matcha idealerweise innerhalb von zwei Monaten aufgebraucht werden. Ein verdorbenes Produkt erkennt man an einer Farbveränderung von leuchtendem Grün zu Gelb oder Braun sowie an einem deutlich bitteren Geschmack. Frische Matcha duftet grasig und frisch – bei muffigem oder säuerlichem Geruch ist sie nicht mehr genießbar. Bewahren Sie Matcha niemals in durchsichtigen Behältern oder an Orten mit direkter Lichteinstrahlung auf, da Licht wertvolle Antioxidantien und das für die satte grüne Farbe verantwortliche Chlorophyll zerstört.
Matcha erobert auch Küche und Kosmetiksalons
Die moderne Gastronomie hat in Matcha eine wahre Goldgrube entdeckt. Die typische grüne Farbe und der charakteristische Geschmack haben sich bei der Zubereitung von Eiscreme, Schokolade, Desserts und sogar herzhaften Gerichten etabliert. Matcha-Tiramisu, Käsekuchen oder Makronen findet man inzwischen in Konditoreien auf der ganzen Welt.
Es sind sogar interessante aromatisierte Varianten entstanden für diejenigen, denen reine Matcha zu intensiv erscheint. Cool Matcha Erdbeere-Vanille verbindet die japanische Tradition mit europäischen Geschmacksrichtungen. Probieren Sie etwa 2 Gramm in einen Fruchtsmoothie zu mischen – und Sie werden nichts anderes mehr trinken wollen.
Cool Matcha Orange-Schokolade verbindet die Frische der Zitrusfrüchte mit Milchschokolade. Und Cool Matcha Toffee erfreut alle Karamell-Liebhaber. Auch die Kosmetikbranche bleibt nicht zurück. Die Antioxidantien in Matcha sind ideal für Anti-Aging-Cremes, Gesichtsmasken und Augenseren. Japanische Salons bieten sogar Matcha-Anwendungen für den ganzen Körper an.
Geld verändert die Spielregeln
Der Erfolg von Matcha hat die japanische Landwirtschaft dramatisch verändert. Teefarmen, die vor wenigen Jahren noch ums Überleben kämpften, können heute mit der Nachfrage nicht mehr Schritt halten. Die Preise für Matcha haben sich in den letzten fünf Jahren verdoppelt bis verdreifacht.
Das hat allerdings zwei Seiten. Auf der einen Seite kehren junge Japaner zu traditionellen Handwerkskünsten zurück, weil sie darin die Zukunft sehen. Auf der anderen Seite können sich viele Menschen das traditionelle und gesundheitsfördernde Getränk nicht mehr leisten. Einige Länder wie Korea, Taiwan oder Kalifornien experimentieren mit dem Anbau von Teepflanzen für Matcha außerhalb Japans. Bislang erreichen sie jedoch nicht das japanische Qualitätsniveau.
Viele Cafés bieten mittlerweile vereinfachte Versionen der Teezeremonie an. Die Menschen lernen, wie man Matcha mit dem Bambusbesen richtig schlägt, verstehen die Bedeutung der Teeschalen (Chawan) und entdecken die meditative Dimension der Teezubereitung.